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A different view on reality

Über den Wandel der Musik – Vom Hard Rock zum Drone Doom

Posted on | März 6, 2010 | 4 Comments

Während im Radio Lady Gaga, Ke$ha und weitere Künstler ihre Musik über das alltägliche Leben in Form von elektronisch verbesserter Musik- und Gesangsqualität an die größtenteils jugendlichen Menschen zu bringen versuchen, während auf MTV größtenteils Mainstream läuft und sich die Welt musikalisch auf Minimal House konzentriert, wächst im Untergrund langsam eine Musikszene heran, die vielleicht dereinst die heute gängige Musik ersetzen kann. Wo man im allgemeinen bei den Charts von Pop, Dance und Rock spricht, ab und an ein wenig Indie, der bereits in diese “neue” Art von Musik geht, spricht man im Untergrund von Shoegaze, Drone Doom und Progressive Rock.

Denn Ende der Siebziger, als der Hardrock langsam in seine Hochphase überging, überlegten bereits einige Künstler, dass man aus ein paar E-Gitarren und ein paar Amps doch mehr machen kann als nur Hard Rock. Und so formierten sich bereits zu dieser Zeit Künstler, die sich von den gängigen Riffs entfernten, andere Musik machten und die Themen anders behandelten. So entstand zuerst Black Sabbath als einer der ersten Vertreter des Doom Metal.

Black Sabbath wird heute von vielen noch als sehr bekannte, allgemein hörbare Musik bezeichnet, doch Black Sabbath ist mehr. Sie waren Mitbegründer eines Genres, das als Doom Metal bekannt wurde. Doom Metal ist so zirka das Genre, welches sich auch am meisten von “normaler”, d.h. massentauglicher Musik zu einer extremen Untergrundsparte entwickelt hat. Darum kann man am Doom Metal auch sehr ablesen, wie stark sich Musik entwickeln kann.

Als erstes gab es Black Sabbath, die Begründer des Doom Metal, der zu dieser Zeit noch nicht als solcher benannt wurde. Doch Black Sabbath zog weitere Leute mit. So gab es bald Candlemass, Saint Vitus und weitere Künstler, die sich von den fröhlichen Hard Rock – Themen in Richtung traurigerer Musik vollzogen. Zu dieser Zeit waren die Themen meist die “typischen” heutzutage dem Metal zugeordneten Themen Melancholie, Trauer, Tod, Verzweiflung. Doch der Doom blieb nicht stehen.

Während die Gitarren stets Teil der Doom Musik blieben, veränderte sich das Umfeld. Statt die Trauer nur in den Text zu verpacken, wie es Black Sabbath ihrerzeit praktizierten (Das kann man besonders im Lied “Paranoid” hören, in welchem die Musik relativ fröhlich bleibt, der Text aber die psychischen Probleme des Ich-Erzählers wiedergibt), wandelte sich die Musik und die Trauer, die Melancholie und Depression wanderte in die Musik, dafür wurden die Texte philosophischer, literarisch anspruchsvoller und erzeugten mehr Interpretationsmöglichkeiten. Man ging nicht mehr in eine Richtung, sondern ließ viele Möglichkeiten offen.

Ein gutes “Mittelding” zwischen Black Sabbath und heutigem Doom stellt vielleicht Saturnus dar. Die in den Neunziger Jahren gegründete Band verwendete außer langsamen, schweren E-Gitarrenriffs zusätzlich noch weitere Instrumente, sehr eingängig war auch eine Geige, die eine Obermelodie zu einigen Liedern spielte. Als Referenzen seien hier “I long” und “For Your Demons” der Band genannt.

Doch auch hier blieb der Doom nicht stehen und entwickelte sich weiter. Nach und nach spaltete sich ein Teil der Doom-Metal-Bands ab und entwickelte den Sound weiter in Richtung des folgenden Drone Dooms. Drone zeichnet sich eben durch seinen Namen – Dröhnen – aus. Im Drone Doom, besonders genannt seien hier die Vertreter Sunn O))), benannt nach dem Bassverstärkerhersteller Sunn O))), welche als Referenz des Drone Doom Metal herangezogen werden. Im Drone Doom Metal, den man nicht mehr unbedingt als “Musik” im klassischen Sinne bezeichnen kann, dominieren atmosphärische Klänge und elektronische Effekte.

Im Drone Doom findet allerdings auch die Rückkehr zu einigen alten Traditionen statt, nämlich zu der des Jazz/Blues. In solchen “schwarzen” Musikrichtungen nämlich wurden allzu oft improvisierte Teile verwendet, in der die Lead-Gitarre anhand von Pentatoniken Solos spielte. Diese Solos fanden sich später auch im Hard Rock wieder, in dem sie allerdings eher als eine Art Bridge zwischen dem Hauptteil und dem Schlussteil eines Songs dienten.

Doch diese Improvisation findet sich auch wieder im Drone Doom, da hier wesentliche Teile auch improvisiert werden. Möglich wird dies zwar durch die extreme Eintönigkeit des Songs, sorgt aber dafür, dass die Stimmungen innerhalb der einzelnen Songs variieren kann. Im Drone Doom hat der Weg der Emotion vom Text in die Musik seinen momentanen Höhepunkt erreicht, sodass diese Musik die Menschen besonders stimmlich stark beeinflussen kann.

So wurde aus dem Hard Rock über Black Sabbath, Saturnus und Sunn O))) langsam aber sicher der Drone Doom, welcher vielleicht sogar futuristischer als alles bisher dagewesene ist, denn er kombiniert vollkommen andere Harmonik und baut auf ganz andere musikalische Elemente auf. Drone Doom produziert Umgebungsgeräusche und wagt sich an ein ganz anderes Ufer, weit weg von allen Normen. Und die Drone-Gemeinschaft wächst. Vielleicht ist der Drone Doom irgendwann Musik auf MTV, anstatt Lady Gaga und Ke$ha.

Comments

4 Responses to “Über den Wandel der Musik – Vom Hard Rock zum Drone Doom”

  1. Robot Unicorn
    März 7th, 2010 @ 15:56

    Also, außer ein bisschen Namedropping besitzt der Artikel 0 Informationsgehalt. Respektive Drone Doom: man kann nicht von Drone Doom sprechen, ohne Earth zu erwähnen. Sunn O))) ist auch nur eine Earth-Tribute-Band. Charakteristika des Drone Doom hast du zwar beschrieben, aber Formulierungen, wie “Im Drone Doom hat der Weg der Emotion vom Text in die Musik seinen momentanen Höhepunkt erreicht” lassen doch auf eine starke Subjektivität schließen. Hat man schließlich in jedem Genre.

  2. Hendrik Erz
    März 7th, 2010 @ 23:52

    0 Informationsgehalt würde ich so nicht sagen. Sicherlich, die Informationen sind an einigen Stellen gekürzt und ich habe beileibe nicht alles an der Musik umgesetzt. Immerhin ist Musik einem ständigen Wandel unterzogen und z.B. Drone Doom hat wesentlich mehr Wurzeln als der Hard Rock, aber ich wollte mit dem Artikel auch weniger Informationsgelüste “Was ist Drone Doom?” und “Was ist Hard Rock?” befriedigen, für so etwas gibt es die Wikipedia. Ich wollte hier vielmehr auf andere Aspekte, auf Wirkungen der Musik eingehen, darauf, wie sie sich durch den Menschen verändert. Und selbst wenn, falls der Artikel für dich uninteressant ist, kann ich da auch nicht viel machen. Nicht jeder Artikel trifft jeden Geschmack ;P
    Aber ich gebe dir recht – nirgendwo kann man soviel falsches sagen, wie in der Kunst^^

  3. Chi-chi
    Mai 11th, 2010 @ 17:42

    …ich denke dass man bei solchen themen ruhig subjektiv sein kann =)
    und ich waer wirklich froh wenn mal bei mtv mehr drone doom oder generell weniger mainstream ueber die buehne laufen wuerde… es muesste ein ausgewogenes gleichgewicht von mainstream und nicht-mainstream geben…

  4. Hendrik Erz
    Mai 11th, 2010 @ 20:36

    … womit wieder ein neuer Mainstream erschaffen werden würde^^

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