Thilo Sarrazin – Ein “SPD-Nazi”?
Posted on | September 1, 2010 | 3 Comments
Thilo Sarrazin mag vielleicht ein wenig wie ein Magier klingen. Und vielleicht ist er das im metaphorischen Sinne sogar. Ein recht kreativer Name, und umso kreativer sind die Äußerungen, welche eben dieser Herr seit einigen Jahren auf die Menschheit regnen lässt. Just in diesen Tagen veröffentlichte Thilo Sarrazin ein Buch über jene Äußerungen, stellte es vor – und handelte sich eine Menge Ärger ein.
Thilo Sarrazin, seines Zeichens ein hohes Tier bei der Bundesbank und Mitglied in der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, war bisher wohl für eine Großteil der Deutschen ein eher minderes Problem. Er machte seine Äußerungen und außer ein paar monierenden Worten seitens der Partei dürfte er wohl für jene Sprüche keinerlei Strafe erfahren haben. Doch nun, wo eben diese Veröffentlichung eines Buches, gefüllt mit offenbar vielen solcher Äußerungen, bevorsteht, droht Ärger. Bereits seit Tagen überschlagen sich gängige Medien wie Zeitung, Radio und TV über die Äußerungen Sarrazins und auf einmal wird aus einem politisch inkorrektem Menschen ein Nazi.
Es ist unglaublich, wie sehr auf einmal Menschen in der Bundesrepublik in die rechte Ecke gedrängt werden, und das nur durch heikle Äußerungen. Äußerungen, wie “Je niedriger die Schicht, umso höher die Geburtenrate” sind nun einmal inoffizielle Wahrheiten. Selbstverständlich ist es nicht unbedingt nett formuliert, doch auch hier gilt: Es fühlen sich nur diejenigen angesprochen, auf die es auch zutrifft. Das Problem, was jener Herr Sarrazin hat, ist nicht etwa seine konservative Einstellung, seine etwas problematischen Äußerungen oder er selbst – das Problem ist ein viel tiefgehenderes Problem, welches schon seit langer Zeit die Bundesrepublik verfolgt. Um genau zu sein seit 1945.
Seitdem die Nationalsozialisten die Macht über Deutschland erlangten, den zweiten Weltkrieg verursachten und ihn verloren, gilt in Deutschland eiserne Schweigepflicht. Die Deutschen haben zu kuschen, dürfen niemanden diffamieren und tun es auch nicht. Das Problem ist schlicht, dass das zwar für die Zeit von kurz nach dem zweiten Weltkrieg bis vielleicht sogar hinein in die 80er Jahre funktioniert hat, aber seit einigen Jahrzehnten bahnen sich nuneinmal Probleme an, die man ohne eben diese Art der Äußerung, die sich nun einmal auch gegen Teile der Immigranten richtet, nicht lösen kann.
Diese Probleme nennen sich unkontrollierte Immigration, Emigrieren von Fachkräften, die Bildung von Subkulturen innerhalb deutscher Städte von einem kleinen Teil der Immigranten und wachsende Volksverdummung.
Auf gut Deutsch heißt das soviel wie “Zu viele Idioten kommen ins Land, die Dichter und Denker verschwinden aus dem Land, Ghettobildung und vergammelte Schulbildung”.
Soweit sind dies recht desaströse Zustände. Das Problem dabei ist nur, dass sie alle nachweislich existieren. Dass viele Fachkräfte ins Ausland emigrieren ist durch Studien hinreichend belegt und ist auch verständlich, wenn man sich die Jobchancen in Deutschland ansieht, und den Vorschlag der Bundesregierung bedenkt, mit welchem die Regierung versuchen wollte, stärker ausländische Fachkräfte nach Deutschland zu holen, obwohl wir noch genug haben könnten. Welche Fachkraft würde bei diesen Aussichten gerne hier bleiben, wenn in Skandinavien z.B. deutsche Handwerker und Mediziner Händeringend gesucht werden?
Dass die Schulbildung desaströs ist, zeigt alleine schon die Föderalismusreform, in wessen Zuge die Bildung in Länderhand übergeben wurde und somit ein regelrechter Wettbewerb zwischen den Ländern entstanden ist, sodass Länder mit etwas mehr Vernunft im Parlament auch wesentlich bessere Schulbildung anbieten (Auch wenn selbige ebenso nicht unbedingt das Gelbe vom Ei ist). Die Folge: Das vielzitierte Bildungsgefälle.
Und als zusätzlichen Beweis für mangelhafte Umsetzung von G8 und sonstigen Bildungsreformen bieten sich die mittlerweile immer öfter und mit größerem Erfolg praktizierten Bildungsstreiks an, wenn selbst Schulkindern die Stundenpläne zu voll sind.
All diese ganzen Aussagen sind schlicht weg wahr, jeder kennt sie und jeder weiß sie, aber niemand traut sich, sie auszusprechen. Und genau das ist das Problem dieses Landes: Wir haben 60 Jahre lang niemals einem Ausländer gesagt, er würde in Deutschland nicht gebraucht, wenn ein Einheimischer den Job genauso gut erledigen konnte, dafür aber obendrein eine Familie ernähren musste. Und mittlerweile scheinen wir schlicht vergessen zu haben, wie man politisch korrekt die Grenzen dicht macht. Sarrazin ist hierfür das Paradebeispiel: Er bringt auf eine sehr polemisierende Art und Weise genau das herüber, was das deutsche Volk denkt. Das Problem ist nur, dass er teilweise abstruse Vergleiche zieht, von denen er ganz genau weiß, dass sie in die rechte Ecke gedrängt werden. Doch vielleicht ist es nur ein Trick, um zu beweisen, dass neutrale Äußerungen über Juden, Türken und sonstigen Rassismusopfern schlicht “rechts” eingeordnet werden. Ich kann mich an eines seiner Zitate erinnern, in welchem er darauf ansprach, dass Juden und Basken andere Gene hätten, als Europäer: “Juden teilen ein bestimmtes Gen, Basken haben bestimmte Gene, die sie von anderen unterscheiden.”
Diese Äußerung war so betrachtet neutral. Der Inhalt der Aussage kommt zwar dem Spruch “So Jung kommen wir nicht mehr zusammen!” gleich, doch er zeigt, wie schnell sich die Politik bereit erklärt, den Spruch als rechts ab zu tun und Sarrazin hiermit zu attackieren.
Sarrazin ist ein Mensch, der offenbar gerne die Politik angreift, vielleicht sogar mit den richtigen Mitteln. Die Problematik, die er anspricht ist soweit ein offenes Geheimnis und ganz ehrlich: Auch wenn seine Äußerungen teilweise wirklich abstrus sind oder schlichtweg überflüssig, da inhaltslos, eines sind sie bestimmt nicht: Ausländerfeindlich oder rassistisch.
Und somit finde ich das Verhalten der deutschen Politik erwartungsgemäß, aber eben unverständlich. Sarrazin hat hier eine große Wunde aufgerissen, die seit der Naziherrschaft in der deutschen Gesellschaft klaffte. Er motiviert meiner Meinung nach die Menschen dazu, offener zu sagen, was ihnen nicht gefällt, indem er als gutes Vorbild voran geht. Denn was bringt es der BRD, wenn man Sozialschmarotzer (Und hiermit meine ich alle Menschen, die den Staat ausnutzen, Ausländer wie Inländer) politisch gesehen toleriert und versucht, sie mit Gesetzen, die um den heißen Brei herum regulieren, zu kontrollieren, anstatt es einfach einmal anspricht, wodurch auch Politik einfacher werden würde? Warum traut sich niemand, offiziell und öffentlich gegen solche Menschen eine Meinung zu vertreten?
Ich hoffe, dass Sarrazins Äußerungen – auf einem gesunden Level – eine deutschlandweite Diskussion entfachen, die vielleicht sogar eine für alle positive Wirkung zeigt und vielleicht sogar wirklich dafür sorgt, dass es Deutschland vielleicht irgendwann wieder ein Stück weit besser geht.
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3 Responses to “Thilo Sarrazin – Ein “SPD-Nazi”?”
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September 2nd, 2010 @ 18:36
So ein Schritt weiter, die Bundesbank hat den Sarrazin entlassen, der Wulf wird ja nix dagegen einzuwenden haben. Jetzt ist der Gabriel am Zuge. Ich bin mal gespannt wie das bei der SPD jetzt vorangeht, denn der Gabriel hat sich ja am Wochende entsprechend geäussert.
September 17th, 2010 @ 10:25
Ich wundere mich langsam überhaupt nicht mehr, warum es in Deutschland möglich ist, absolut nichts zu leisten und der Solidargemeinschaft dabei ununterbrochen auf der Tasche zu liegen.
Die Diskussionen in der Öffentlichkeit, speziell von Politikern zeigen ganz deutlich, dass jeder von allen Seiten Rückendeckung bekommt, wenn er wieder einmal irgendeine geringe oder große Chance oder Weiterbildungsmaßnahme “verpasst” hat, oder weil kulturelle oder religiöse Hintergründe es ihm nicht ermöglichen sich seinem Umfeld ausreichend anzupassen.
Glücklicherweise hat Thilo Sarrazin in seinem Buch genügend Angriffspunkte geliefert, damit in der Öffentlichkeit die Kernaussage seines Buches (ich habe es gelesen) erst gar nicht zur Sprache kommt.
Ich selbst stelle mir schon seit vielen Jahren eine Frage:
Warum kann ich in Deutschland jede Unterstützung erhalten und muss dafür nichts tun? Oder anders gefragt: Warum wird meine Unterstützung nicht gekürzt oder ganz gestrichen, wenn ich nachweislich Auflagen, Anforderungen, Angebote, etc. nicht erfülle.
Wenn ich in Deutschland nur falsch parke muss ich dafür bezahlen. Wenn ich nicht rechtzeitig Steuern bezahle, muss ich Säumnisszuschlag zahlen,etc. (Liste lässt sich beliebig fortsetzen)
Wenn ich aber hartnäckig weder die Landessprache lerne noch mir Arbeit suche oder jedes Arbeitsangebot verweigere. Wenn jede Weiterbildung oder Ausbildung zum Scheitern verurteilt ist oder gar nicht erst angetreten wird, weil mir entweder die schulische Ausbildung oder die Kenntnisse der Landessprache fehlt. Wenn ich bereits in der Schule hartnäckig die regelmäßige Teilnahme am Unterricht verweigere… (auch hier lässt sich die Liste beliebig fortsetzen)
WARUM WIRD DANN MEIN MANGELNDER PERSÖNLICHER EINSATZ FÜR MEINE ZUKUNFT, MEINE FAMILIE, MEIN LAND
NICHT ENTSPRECHEND GEWÜRDIGT ???
WARUM ERHALTE ICH TROTZDEM NOCH DEN VOLLEN SATZ AN FINANZIELLER UNTERSTÜTZUNG, KRANKENVERSORGUNG, RENTE??
Das ist für mich die Kernaussage des Buches. Und das ist die Frage die nicht nur mich, sondern viele beschäftigt, die jeden Tag dafür arbeiten, das immer mehr, ungestraft immer weniger tun !!!!
Oktober 20th, 2010 @ 16:26
Mal eine gute Nachricht:
SARRAZIN UNTERSTÜTZT TÜRKISCHEN FUSSBALLVEREIN!
Hier: