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A different view on reality

Maybe we could

Now we’re apart
Though not through choice.
Do we stay mute,
Or raise our voice?

Es herrscht Apathie. Überall. Während erste Menschen bereits vom Verfall der Demokratie reden, befinden wir uns doch eigentlich schon auf dem Grab ihrer selbst. Das Loch gegraben haben wir bereits 1933, den Sarg hinabgelassen 1945, und zugeschüttet haben wir den wundervollen Holzkasten zwischen 1949 und heute. Und nun stehen wir am Grab, schauen uns den Grabstein an, auf dem die obigen vier Zeilen geschrieben stehen, und sind dabei, zu realisieren, dass wir sie getötet haben. “Was haben wir getan?”

Wir stimmen den Totengesang an. Zuerst nur einige Wenige. Die, die bereits jetzt schon wissen, dass die Erde, auf der wir herumtrampeln, die Demokratie bedeckt. Und später alle anderen. Doch sie werden nur die Zeilen der Philosophen wiederholen. Leere Worthülsen, die sie nur von sich geben, weil sie es für richtig halten. Weil die Philosophen es für richtig halten. Genauso wie sie heute den senatus consultum ultimum der Neuzeit sprechen. Damit herrscht Notstand. Sie geben das Wort an die herrschende Sparte ab und suchen sich einen Sarg aus. Einen Sarg aus Tropenholz, mit Nerz ausgeschlagen, und Nägeln aus China. Wir bedecken die Demokratie gleichsam mit der Masse unseres Konsums. Dem Blut von Kinderhänden, von Arbeiterfamilien, von grausam und qualvoll gestorbenen Tieren, dem Blut der Erde. Denn die Demokratie ist das Einzige, das uns noch sagt: “Passt auf, was ihr tut.” Sie ist der einzige Moralwächter der Moderne.

Doch was sollen wir auch tun? Können wir ohne die international präsente Wirtschaft? Die uns in leuchtenden Werbetafeln von einer Neuen Welt erzählt, uns sagt, was wir brauchen? Was wir akzeptieren und nicht hinterfragen, weil man mit Plakatwänden nicht sprechen kann? Was, wenn es einen Ausweg gibt, und wir ihn nur nicht sehen? Was, wenn wir den Tunnel vor lauter Licht nicht mehr sehen?

Ich sage, es gibt einen Ausweg. Doch der ist – wer hätte es vermutet – hart und beschwerlich. Solange wir weiterhin in dieser selbstgewählten Apathie verharren, haben wir nicht die geringste Chance darauf, die Demokratie zu retten. Oder vielmehr unsere Moral. Denn letzlich ist das Regierungssystem vollkommen egal, solange es nach moralischen Grundsätzen funktioniert und sich die Menschen an diese halten. Doch mit dem Konsum wurde die Sinnlosigkeit Herr der Lage. Wir wurden amoralisch. Warum haben wir ein Handy? Weil wir es brauchen. Warum haben wir ein teures, großes Handy? Weil wir es können.

Leider ist es nicht so einfach. Es wäre schön, nur den Konsum zu verteufeln, und die Menschen der Apathie zu beschuldigen, und die Sache wäre gegessen. Doch das geht nicht. Viele tausend Faktoren spielen zusammen in dem russischen Roulette um unsere geistige Freiheit. Wenn die linken Kräfte sagen, wir bräuchten ein bedingungsloses Grundeinkommen, die Rückkehr des Wohlfahrtsstaates, haben sie genauso Recht, wie wenn die Neoliberalen sagen, dass eine zu starke Einschränkung der Wirtschaft in gewisser Weise auch eine Einschränkung der individuellen Freiheit ist. Und die Konservativen haben Recht, dass es sich lohnt, Dinge zu erhalten; typische Made-in-Germany-Produkte zum Beispiel. Meinetwegen den Schwarzwälder Schinken. Oder bayerische Brezeln. Oder thüringer Rostbratwürste.

Jede Philosophie hat mit ihren Änderungswünschen am aktuellen System genauso Recht wie auch Unrecht. Und wir machen es uns zu einfach, zu sagen: “Dieser und jener Philosoph hatte eine gute Idee für ein Staatssystem! Lass uns dieses umsetzen!” denn letzlich sind das alles nur idealtypische Vorstellungen einer einzigen Person, die uns Anreize geben möchten, ein eigenes System zu erdenken. Doch das haben wir seit Platon nicht verstanden. Der Geist des Volkes verharrt seit über 2000 Jahren in seiner Apathie und ist glücklich damit. Und die Philosophen sollen uns retten?

So lasst uns beginnen und denken!

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    "Ich finde, du hast gar nicht mal so extrem übertrieben mit deinem Artikel. Er ist sehr gut gelungen und er regt wirklich zum Nachdenken an."


    "[...] Und ich muss meinen Hut vor dir ziehn, ich lese deinen blog echt gern. Schreiben kannst du wirklich exeptional."

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