Jan 29 2013

Grundbedürfnisse?

Hendrik Erz

Heja.

Knapp zwei Wochen ist es her, seit ich meinen letzten Artikel in den Äther geworfen habe, und exakt 28 Tage nun ohne Internet in meinem Heim. Den Wahl-Artikel habe ich angesichts der SP-Wahlen an der Uni Bonn über das Uni-WLAN hochgestellt – zuhause hatte ich ja keines. Jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, habe ich seit knapp 45 Minuten wieder Internet. Eine Dreiviertelstunde. Gleichzeitig wurde vor fünf Tagen in einem Grundsatzurteil des Bundesgerichtshof bestätigt, dass es sich beim Internetz um ein Grundbedürfnis handelt – gleichzustellen mit beispielsweise Kraftfahrzeugen (was im Autos liebenden Deutschland schon etwas heißen soll). Ich habe – in Ermangelung eines funktionierenden WLANs – bereits innerhalb von drei Tagen (also bis zum 3. Januar) die 500 MB Flatrate meines Mobiltelefons komplett ausgeschöpft, wurde gedrosselt.

Nach diesem etwas unfreiwilligem Selbstversuch, in der glorreichen ersten Welt ohne das Internet auszukommen fühle ich mich ein wenig wie Morgan Spurlock nach seinem Experiment “Super Size Me”: erschöpft, endlich wieder in die Gesellschaft aufgenommen, am Ende einer Durststrecke. Ich denke, noch vor wenigen Jahren hätte man dies als Internetsucht charakterisiert, aber mittlerweile ist das Internet einfach ein zu wichtiger Bestandteil des menschlichen Lebens. Meine Universität regelt fast alles über das Internet, ich lerne über das Internet und lenke mich mit dem Internet ab, falls ich mal nicht im Internet lerne.

Falls also irgendwer von euch das mal versuchen will: NEIN! Ohne Internet ist die Welt eines Studenten, eines Westlers allgemein, einfach nicht mehr möglich, das hat mir der letzte Monat gezeigt. Wenn PDF-Dokumente mit kopierten Texten des Dozenten stundenlang zum Herunterladen brauchen, wenn man immer in die Uni geht, nur um zu erfahren, was man bisher so alles online verpasst hat und das ohnehin momentan schon stark verkrüppelte Youtube nicht mehr als Kreativitätsbooster nutzen kann, fehlt einem irgendetwas.

Und ich konnte ja schwerlich meinen Unmut kundtun. Mittlerweile ist es übrigens amtlich: die Wahlbeteiligung bei den Wahlen an der Universität lag bei blamablen 14%. Das passiert, wenn man kein Internet hat!


Mrz 21 2012

Ein Problem

Hendrik Erz

Diesen Artikel möchte ich mit einem kleinen Video beginnen:

Das Video, eigentlich eine Werbung der britischen “Guardian” zeigt eine Situation aus drei verschiedenen Perspektiven, immer nur blickwinkelartig. Das heißt, keine der Szenen kann für sich stehen und steht dennoch für sich. Der Guardian wollte mit diesem Spot beleuchten, dass man als Nachrichtendienst immer alle Blickwinkel beobachten müsse – dass das nicht geht, dürfte mittlerweile nicht nur den Bild-Kritikern aufzugehen scheinen. Peter Kruse nutzte das Video in seinem Vortrag auf der re:publica 2010 (übrigens, ein sehr empfehlenswerter Vortrag) als Beispiel, wie schnell wir in die Szenen direkt Flucht, Angriff und Hilfeleistung interpretieren können, also das Übertragen von eigenen Wertvorstellungen auf Szenen, die sich bieten. Und mit diesem Blogartikel mache ich sogar das, was ich eigentlich kritisieren will. Und das ist das Problem.

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Feb 17 2012

Nur politisches Geschwätz

Hendrik Erz

Wie die meisten von euch hoffentlich schon bemerkt haben, gibt’s News vom others Blog seit knapp einer Woche nun auch schon auf Twitter. Wer es noch nicht bemerkt hat, werfe bitte einen kurzen, verstohlenen Blick auf die zweite Seitenleiste rechts. Warum? Ganz einfach: Das others Blog hat sich seit Jahren immer mehr “aufgeplustert”, d.h. die Artikel, die ich hier schreibe, sind meist zwischen 500 und 1,000 Wörtern lang – das heißt, richtig lang. Das bedeutet folglich auch, dass in derartigen Artikeln meist Analysen oder Kommentare zu etwas größeren Sachverhalten folgen (oder aber die Analysen bzw. Kommentare zu einfachen Sachverhalten dementsprechend lang werden) und das wiederum, dass kleinere, aber dennoch interessante Nachrichten schlicht und ergreifend zu kurz kämen.

Eine Zeit lang habe ich versucht, diesem Problem mit einem kleinen Text-Widget an der Seite zu lösen, dass ich mit “Gedanken” überschrieb, wo aber selten mehr als nur sehr wenige, kurze Teile meiner Gedankenwelt, oftmals veraltet, zu finden waren. Irgendwann habe ich dann, frustriert über das Ergebnis, das Widget wieder herausgenommen und lange Zeit war dort nichts zu finden, bis ich – eben vor einer Woche, passend zu den ACTA-Demonstrationen, einmal einen Twitter-Account angelegt habe, über den ich nun eben diese kurzen Gedanken (oder vielleicht auch Livestreams) senden möchte.

Auf diesem Account werde ich also Links, News und Nachrichten posten, oft mit Gedanken zu den jeweiligen Links bzw. News, die mir als interessant erscheinen. Ebenso werde ich per Twitter grundsätzlich bekannt geben, wenn ein neuer Artikel heraus ist, sodass ihr, sofern ihr auf Twitter seid, einfach den Feed @othersBlog abonnieren könnt, um immer auf dem neuesten Stand zu sein. Dennoch würde ich mich natürlich trotzdem freuen, wenn mein Artikel-Feed direkt abonniert bliebe – die Zahl der Leser via Feed von Feedburner sieht eben einfach zu schön aus, und, obwohl ich natürlich immer hoch wissenschaftlich bleibe und mich ja eigentlich gar nicht für Zahlen und Bekanntheit interessieren dürfte… naja, menschliches Verhalten eben. =D


Dez 24 2011

Und alle Jahre wieder…

Hendrik Erz

An dieser Stelle möchte auch ich mich einreihen in die Reihe derer, die per Internet frohe Weihnachten wünschen! Da mir in den letzten zehn Tagen durchaus die Motivation und auch die Themen zum bloggen fehlten (auch Studenten können Weihnachtsstress haben!), nutze ich das gleichermaßen auch als eine Art Lückenfüller bis ins Neue Jahr, denn, ob ich mich an die Woche zwischen Heiligabend und Silvester später noch werde erinnern können, steht genauso in den Sternen, wie der tatsächliche Alkoholpegel.

Als ich vorhin nach langer Zeit einmal wieder das Orakel Google nach neuen Feed-Einträgen befragte, zeichnete sich mir ein ebenso nüchternes, wie langweiliges Bild ab. Außer, dass die Anzahl der Artikel in die Höhe schnellte, ist nicht viel passiert. Immer noch handelt ein Großteil der Artikel schließlich über die großen Themen Eurokrise und Angela Merkel und besonders die NachDenkSeiten überfluten den Newsmarkt besser als jeder Produzent mit immer neuen Artikeln über ein mittlerweile fast schon ausgepresstes Thema, unterbrochen lediglich von wenigen Fluktuationen, wie beispielsweise der medial fulminanten Selbstdemontage der FDP oder dem medial genauso fulminanten, offiziellen Truppenabzug der Amerikaner aus dem Irak. Und nicht einmal die alljährlich entstehenden, pseudophilosophischen Artikelserien über Gott und die Welt (im wahrsten Sinne des Wortes) vermögen noch die Buchstaben wert zu sein, mit denen sie getippt wurden.

Drei lesenswerte Dinge für die Weihnachtstage

Dennoch gibt es einige lesenswerte Artikel und Stories in diesen Tagen, die ich euch nicht vorenthalten möchte, für den Fall, dass ihr nach dem Weihnachtsessen nicht vollständig mit Verdauen ausgelastet sein solltet (was ich in einem Land der 1. Welt nicht hoffen will!).

  1. Darunter zählt eine Artikelserie des Blogs “Working man’s death” über Religion aus der atheistischen Perspektive. Die möchte ich euch näher legen, weil es entweder eine Einführung in Religion allgemein bietet, oder dem schon etwas erfahreneren Leser in Sachen Theologie etwas zu Lachen gibt. Denn viel platter könnte man über Religion beinahe nicht schreiben, und es zeugt entweder von einer gewissen Anti-Haltung gegenüber allem, dem die religiöse Definition anhaftet oder von einem unheimlichen Unverständnis bezüglich Religion, was der gute Herr da schreibt. Aber wie erwähnt: Für den Anfänger der Theologie ist es ein Anfang :)
  2. Wer dagegen ein wenig sentimentaler werden möchte und sich vielleicht etwas mehr auf den Sinn von Weihnachten selbst, anstatt auf die religiösen Anstifter des Weihnachtsfestes, konzentrieren will, dem sei der nächste Artikel der NachDenkSeiten empfohlen: “Die Entzauberung des Weihnachtsmannes” von Wolfgang Lieb. Dabei geht es mehr oder minder auf eine ebenso amateurhafte, aber eben emotionale und dadurch auch wieder sehr wirkungsvolle Weise um die Kommerzialisierung des Weihnachtsfestes. Unabhängig davon, ob man sich darüber Gedanken machen will: die andere Seite der des Textes, nämlich die Entfremdung der Menschen vom Weihnachtsfest, macht den Artikel auf jeden Fall lesenswert!
  3. Und nun noch für die ganz, ganz hartgesottenen: The Partially Examined Life! Mein Freund Sam hat mich vor ein paar Wochen auf diesen Podcast aufmerksam gemacht. Abgesehen von einem Podcast über Hobbes (siehe mein Artikel darüber), hab ich bisher noch nicht viel reingehört, was sich heute mit der aktuellsten Episode über Merleau-Pontys Werk “On Perception and Knowledge” (dt.: “Über Wahrnehmung und Wissen”) geändert hat. The Partially Examined Life ist ein Audio-Podcast von ein paar US-Amerikanischen Philosophen, die sich in äußerst unwissenschaftlicher Weise diskutierend den Problemen vergangener und gegenwärtiger Philosophen annehmen und damit eine große Hilfe für philosophisch noch nicht ganz so fitte Menschen wie mich darstellen. Für hargesottene (oder für Menschen mit sehr viel Freizeit an den Feiertagen) ist er wegen seiner Länge von fast zwei Stunden. Und selbstverständlich ist er auf Englisch, also im Idealfall gilt: Vorher den Essay (knapp 100 Seiten) von Merleau-Ponty lesen und fleißig das Wörterbuch zu Hilfe nehmen!

Und hier die Links:

Und nun noch ein frohes Weihnachtsfest und ein gutes Neues Jahr an euch! :)


Nov 10 2011

[others blog] Große Aufräumaktion

Hendrik Erz

Heyheyhey, da kommt ja wieder Leben in den Blog! Und wie ich an den gestiegenen Klick-Zahlen in der Statistik sehe, wird das mit Freuden auch von den Lesern gesehen :)

Als erstes möchte ich mich einmal kurz bedanken: Für das viele Lesen, auch wenn die Kommentare immer noch etwas knapper ausfallen und ich fast ausschließlich Spam wegklicken muss, aber auch dafür, dass mir ein wenig Aufmerksamkeit auch von unerwarteter Seite geschenkt wird – so hat mir neulich die Band [ B O L T ] (Link zum Review) ihre erste EP einfach mal geschickt und mich um einen Review gebeten, was ich auch getan habe :)

Und nun zum wirklich Wichtigen: Den Veränderungen im Blog!

  • Umzug des Blogs: Ich werde entweder im Verlaufe des heutigen Tages, oder aber nächste Woche irgendwann die Datenbank mit den Artikeln sichern und den Blog neu installieren, sodass ihr ab dann einfach mit dem Link http://www.others-blog.net/ direkt auf den Blog kommt – ohne das etwas lästige /wordpress-Anhängsel.
  • Neues Design: Obwohl ich das jetzige Design sehr mag und auch positive Rückmeldungen bekommen habe (Einen herzlichen Dank an Michael Tyson für das Theme) finde ich, passt es nicht mehr zu meinem eigenen Stil. Ich wünsche mir etwas aufgeräumteres, schlichteres. Falls das neue Theme dann allerdings nicht gut ankommen sollte (sagt es mir, falls es euch nicht gefällt =D ), kann ich das ja immer noch wieder umstellen.
  • Mehr Inhalt: Ich habe hier an der Universität tatsächlich Menschen aufgegabelt, die offenbar noch interessierter an diesem Blog sind, als viele der Leser hier – einige davon haben auch ihr Interesse bekundet, Gastartikel zu verfassen, welche ich dann hier veröffentlichen werde. Sollte es auch aus dem anonymen Internetpublikum Interesse an Gastbeiträgen geben, so informiert mich einfach kurz :)
  • Aufgeräumte Texte: Außer dem Design plane ich noch weitere Schritte, den Blog einfacher zugänglich zu machen. In den letzten Jahren (besonders, da es lange her ist, seit ich den Blog neu aufgesetzt habe) haben sich eben viele Artikel angesammelt, teilweise ist die Verschlagwortung einfach nur stümperhaft und ich werde die Kategorien neu anordnen und thematische Seiten erstellen, von denen aus man Zugriff auf die entsprechenden Artikel hat. Tags wie Essay und Kommentar werden dann der Vergangenheit angehören, da sich ja ein wenig heraus kristallisiert hat, dass das alles irgendwie etwas längere Texte sind^^
  • Einfache Kommentare: Da der Siegeszug des Internets auch langsam in den Hirnen der Politiker zu dämmern scheint, und Facebook über 500 Millionen User verzeichnet (mittlerweile dürfte die Milliarde vermutlich nicht mehr fern sein) plane ich, sowohl eine Facebook-Seite für den others Blog einzurichten, als auch Facebook-Kommentare zu ermöglichen, sodass ihr quasi, wenn ihr hier kommentiert, unter meinen Link zum jeweiligen Artikel auf Facebook kommentiert. Das ist aber nur eine Idee, die vielleicht zu etwas mehr Mitwirkung verleitet, ob und wie ich das Ganze umsetze, überlege ich mir noch.
Soweit erstmal zum Neuen, wundert euch also nicht, falls in den kommenden Tagen merkwürdige Dinge hier vor sich gehen – so lange der Server nicht abschmiert, liegt das an mir und einem etwas verspäteten/verfrühten Frühjahrsputz. In diesem Sinne: Stay tuned!

Nov 12 2010

Sperrzeit

Hendrik Erz

Ich denke, jeder Leser des Blogs konnte es merken: Seit dem 4. November war der Blog nicht mehr erreichbar. Heute, ganze 8 Tage später, geht alles wieder. Das hatte einen etwas unfeinen Grund, den ich im Folgenden etwas näher erläutern will.

Als am 4. November die Seite offline ging, wusste niemand so recht was los war, allerdings war auch die Hauptseite meines Providers AB-Webspace offline, was mich stutzig machte. Es folgten diverse E-Mails des Inhabers, in denen er sich für den Ausfall entschuldigte, und das Problem nannte: Und zwar war der Inhaber des Rechenzentrums krank und antwortete über Monate nicht auf Kommunikationsversuche meines Providers. Vor kurzem verlangte er wohl außerdem eine nicht zu knappe Geldsumme von meinem Provider, was dieser allerdings ablehnte. Diese Abfuhr allerdings nahm jener Mensch zum Grund, alle Server herunter zu fahren, wodurch eben auch der others Blog nicht mehr erreichbar war.

Was dann folgte, waren mehrere Versuche, die Daten von den Servern zu sichern und eben auf Ersatzservern hoch zu fahren. Das klappte zuerst nicht, wodurch die Zeit eben umso länger wurde, in welcher die Seiten offline waren.

Fest steht, dass seit heute, genauer seit ein paar Minuten sämtliche Funktionen des Blogs wiederhergestellt zu sein scheinen. Ich möchte mich hiermit bei meinen Lesern entschuldigen für den Ausfall, und gleichzeitig meinem Provider danken, dass alles binnen einer knappen Woche wieder funktioniert!


Okt 26 2010

Sam has left the party!

Hendrik Erz

So, das war’s dann wohl mit halbwegs durchdachtem Inhalt für den Blog – unser allseits geliebter Handlanger Don Quichottes, Sam alias ChameleonHalo wird in Zukunft keine Artikel mehr auf dem others Blog posten (Es ist ja nicht so, als hätte er bereits tausende wohlklingender und absolut sachlicher Textmonster auf die Wand gemalt).

Das “Warum” ist ganz einfach beantwortet – denn der nette Herr führt nun nach langer Bedenkzeit einen eigenen Blog. Unter dem Titel “It’s so loud these days…” führt er nunmehr seit einigen Tagen ein eigenes Blog auf WordPress.com, in welchem er seine geistigen Ergüsse und Jackass-ähnlichen Ideen veröffentlichen wird.

Was das nun bedeutet? Ganz einfach – Linkschlachten beiderseits, gegenseitiges Pagerank-Betrügen und ein gewisser Schlagabtausch zwischen zwei Blogs – ein Fest für die Freunde des Sarkasmus!

Sam, zumindest ich werde dich bestimmt nicht vermissen – viel Spaß! :)


Mrz 26 2010

Resumée

Hendrik Erz

Der Sommer ist ausgebrochen – die Sonne brennt vom Himmel, ich schwitze und sitze mit Sonnenbrille hinterm Steuer, aus den Boxen tönt Megadeth – Almost Honest. Und irgendwie scheint es beinahe, als sei eine neue Zeit angebrochen. In den letzten Jahren hat sich sehr viel verändert – an mir, durch mich und am Blog. So finde ich, ist es Zeit, einfach einmal ein kurzes, kleines Resumée zu ziehen, ein Fazit der vergangenen zwei Jahre. Nicht von meinem Leben, aber vom Blog. Denn irgendwie spiegelt sich mein eigenes Leben auch im Blog wieder, obwohl ich nie über private Dinge geschrieben habe.

Denn seit 2008 hat sich auch in den Themen des Blogs viel verändert. Begonnen habe ich Ende 2008. Eigentlich hatte ich zu der Zeit lediglich viel Langeweile und suchte nach Beschäftigung, und da mein Computerkonsum zu der Zeit noch die Menge an Schlaf bei Weitem überholt hatte, programmierte ich kurzerhand ein eigenes, kleines Blogsystem. Ich begann dann, zu schreiben. Ich erinnere mich noch, dass der erste Artikel nicht einmal von mir stammte, sondern von meinem damaligen Co-Autor, der mich aber kurze Zeit später wiederverlies, des Studiums wegen. Es wurde viel gebloggt über Hardware, Software und Computerspiele. Ohja, der others Blog, hochpolitisch, begann eigentlich als ein Blog von einem Menschen, der zuviel Zeit vor dem Rechner verbrachte und eigentlich kein literarisches Interesse zeigte.

Das ging allerdings nicht lange. Denn irgendwann einmal war an unserer Schule der Teufel los und ich wollte darüber bloggen. Leider hatte ich die Rechnung ohne die Schulleitung gemacht, welche diesen Blogpost erstaunlich schnell fand und mich dann zur Verantwortung zog. Kurzerhand ging der Blog das erste Mal Offline. Krisensitzung mit meinem Gewissen. Doch nach kurzer Zeit bereits wollte ich den Blog neu starten lassen, diesmal mit einem neuen System, einem neuen Design und frischer Energie. Es ging wieder um Dinge, die mich interessierten. Das waren zu der Zeit zwar immer noch IT-Themen, aber auch bereits neue Themen, Dinge, die um mich herum passierten.

Irgendwann der GAU: Unhaltbare Wellen von Spamkommentaren fluteten mein darauf nicht vorbereitetes System und kurzerhand ging ich erneut offline. Allerdings wieder für nur wenige Tage. Danach kam ich erneut wieder, mit dem dritten Design und diesmal mit dem Bloggingsystem Textpattern. Das hielt dann allerdings schon länger, und zwar bis etwa Mitte 2009. In der Zeit bloggte ich bereits wesentlich öfter und mehr über Politik, die mich seit etwa Anfang 2009 immer mehr zu interessieren begann, wobei ich hier einem guten Freund von mir danken muss, da nur er mich auf diesen Trip brachte. Ich begann auch, ab und an ein paar meiner selbstgeschossenen Fotos online zu stellen, per FlickR zu präsentieren und im Blog zu beschreiben. Ein weiteres Indiz dafür, dass meine Interessen deutlich von IT in Richtung Gesellschaft und Kunst gegangen waren.

Zu der Zeit fanden sich plötzlich auch Menschen innerhalb meiner (neuen) Schule, die es witzig fanden, mich tätlich anzugreifen, versteckt hinter Synonymen. Gut, mittlerweile sind die meisten davon erwachsen und tun’s nicht mehr, aber ein paar Unbelehrbare scheint es offebar immer noch zu geben. Jedenfalls zwangen diese und eine neuerliche Spamattacke meinen Blog das dritte Mal in die Knie. Diesmal für länger. Fast 6 Monate war der Blog offline und ich hatte ursprünglich einst beschlossen, nie wieder zu bloggen. Die Adresse behielt ich eigentlich nur, weil ich zu faul war, sie abzumelden, und als eine Art Datenserver.

Doch dann, Ende 2009 entschied ich mich erneut, wieder anzufangen. Das geschah eher spontan, und diesmal mit grundlegenden Veränderungen: Ich bloggte seitdem nicht mehr über IT oder dergleichen, sondern fast ausschließlich über gesellschaftliche Belange, Politik und ein wenig Philosophie. Außerdem schwor ich im Sommer 2009 endgültig dem PC und seinen Feinheiten ab, sondern wollte ihn nur noch als ein Mittel zum Zweck nutzen. Das äußerte sich auch daran, dass ich seitdem auf WordPress umgestiegen bin. Pure writing eben.

Und seitdem habe ich auch wieder einen Co-Autor bekommen, wie ihr sicherlich schon mitbekommen habt – ChameleonHalo aka Samuel Kressner bloggt jetzt auch ab und an einmal, dafür aber weniger Politik und Gesellschaft, mehr Reviews von gesellschaftskritischen Filmen. Auch ich hab mich erneut abgekehrt, schreibe weniger über Politik, sondern analysiere mehr dieses Verhalten, warum Menschen so handeln, bin also eine Ebene der Abstraktion weiter hinauf gestiegen.

Mal sehen, wie sich diese Entwicklung fortsetzt, doch momentan finde ich diesen Zustand, in dem der Blog, meine Schreibkünste und die Themen verweilen, fast perfekt. Almost Honest.

Es gab übrigens Anfragen, die alten Blogartikel wieder online zu stellen. Ob und wie ich das mache, muss ich noch entscheiden, aber vermutlich werde ich das irgendwann handhaben, einfach weil es ein Teil der Geschichte des Blogs ist. Bilder von den verschiedenen Stadien des Blogs werden vielleicht auch noch folgen.


Mrz 8 2010

“Hallo Welt”

Gastautor

Einmal tief durchatmen. Die Finger dehnen. Ein prüfender Blick auf die Tastatur. Ja, sie funktioniert, alle LEDs die leuchten sollen, tun dies auch. Vorsichtig mit den Fingern einige Tasten gedrückt. Etwas passiert. Buchstaben erscheinen auf dem Bildschirm. Scheint alles zu klappen. Ein Schluck Tee. Dann kann’s ja losgehen . . .

Hallo Welt. Ich bin der Neue. Bleibt ruhig sitzen, ich werde hier nichts weltbewegendes vollbringen. Lediglich ein paar Gedanken loswerden, ein paar Dinge kommentieren. Ein bisschen Senf unter’s Volk bringen. Und hoffen, dass die Leser nicht doch lieber gern Mayo hätten. Nun denn, wo soll ich anfangen ? Vielleicht noch ein paar Worte zu mir. Ja, das wird am besten sein, man weiß ja gern, wessen Erschriebenes man da gerade verdauen muss. Mein Name ist Samuel, bin in meinem 19ten Lebensjahr, mache derzeit mein Abi und hab vor einiger Zeit den Hendrik kennengelernt. Irgendwann kam die Idee auf, dass ich mich ja ebenfalls auf seinem Blog rumtreiben könnte und, voilà, hier bin ich.

Thematisch werde ich mich mehr oder weniger auf den *hüstel* kulturellen Part dieses Webangebots beschränken. Sprich, ich werd’ hier und da eine Review zu einem Musik-Album schreiben, einen Film verreißen oder verbal Beifall klatschen, wenn Steven Wilson im Zusammenhang eines seiner vielen Musikprojekte mal wieder Ipod’s zerstört. Wer weiß, der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Vielleicht schmeisst mich Herr Erz auch bald wieder raus, wenn ich allzu viel unqualifizierten Mist schwafel. Damit das ja nicht der Fall sein wird, sollte ich am besten direkt mit einem großartigen, detaillierten und fachlich kompetenten Artikel beginnen, der das Herz in der Brust der Leser höher schlagen lässt. Es ist viel zu tun. Ihr werdet von mir lesen …

Mit neuen Grüßen

Sammy


Mrz 6 2010

Ankündigung: Den Senf gibt es nun in zwei Geschmacksrichtungen!

Hendrik Erz

Hallo und guten Tag liebe Leser!

In einer alten Version des Blogs, irgendwann zu Anfang im Jahre 2008, habe ich bereits einen Co-Autor gehabt. Der studiert leider gerade in Aachen Informatik, schreibt also, auch weil die Themengebiete von uns auseinander gingen, nicht mehr mit im Blog. Stattdessen gibt es jetzt noch einen weiteren Autor, den ich jetzt hier als Co-Autor “engagiert” habe, also sozusagen die zweite Geschmacksrichtung.

Er ist ein männliches Wesen in meinem Alter, auch gerade im Abiturjahrgang und der mit meinem Geschmack, besonders musikalisch, doch starke Übereinkünfte aufweist und den ich dafür sehr respektiere. Auch er wird ab sofort mit schreiben und den Blog mit Inhalt füllen. Da er musikalisch wie literarisch sehr interessiert ist, wird sich sein Themengebiet sehr auf Reviews von neu erschienenen Filmen, Büchern und Musik-CDs beschränken. Aber ich denke, er wird auch andere Themen behandeln. Doch das gibt mir wiederum die Vorlage dafür, mal ein wenig auf die eigenen Blogposts einzugehen und zu kommentieren, zu beschreiben, was ich denn so von dem ganzen Zinnober halte.

Fest steht nur eins: Das Themengebiet des Blogs wird sich ziemlich erweitern, aber auch einschränken. Es werden mehr unterschiedliche Themen, dafür mehr aus künstlerisch-literarisch-musikalischen Feldern  behandelt. Halt Senf in zwei Geschmacksrichtungen.

Viel Spaß wünschen euch,
Hendrik und Samuel